[Rezension] Euphoria



Das Cover finde ich sehr schön, ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Völker am Sepikfluss solchen Schmuck getragen haben und finde es dadurch auch sehr gelungen.



Nachdem ich das Buch gelesen habe und jetzt noch einmal den Klappentext vor mir habe muss ich sagen, dass ich schon etwas anderes erwartet hatte. Dennoch finde ich das der Klappentext den Inhalt gut beschreibt und auch die Spannung schon leicht aufbaut.





Nell Stone, ist eine berühmte Anthropologin. Sie will die fremden Kulturen verstehen lernen und gibt sich große Mühe, die Sprache und Kultur zu verstehen und das was die Menschen in ihrer Kultur sehen, zu erfassen. Sie ist auf Harmonie bedacht, eher der "südliche" Typ. Dennoch kann sie in die Kulturen nicht richtig eintauchen, sie will lieber ein Außenstehender sein und allen menschen erzählen was sie dann beobachtet hat.




Fen, ist Nells Mann. Er ist das genaue Gegenteil zu Nell. Er taucht regelrecht in andere Kulturen ein. Er will sie weniger erforschen, als ein Teil davon werden. Er will sich in den fremden Völkern verlieren. So kommt er auch mit "nicht-westlichen" Sitten viel besser klar als Nell. Er ist der "nördliche" Typ. Auf Macht und Profit aus. So kommt er auch mit der Berühmtheit seiner Frau nicht klar und versucht verzweifelt aus ihrem Schatten herauszutreten.




Andrew Bankson, kommt mit der Isolierung nicht klar und stürzt sich nach seinem gescheiterten Selbstmordversuch, geradezu in die Begegnung mit Nell und Fen und will sie auch nicht mehr gehen lassen. Er ist von Anfang an fasziniert von Nell und erfreut sich an ihren Ideen und ihrem Tatendrang. So kommt es auch das er se zu den Tam führt und sie dort immer wieder besucht. Bei diesen Besuchen wird es für ihn immer schwerer Nell gehen zu lassen, denn er ist genau wie sie der "südliche" Typ und versucht durch die Erforschung anderer Kulturen seine Vergangenheit hinter sich zu lassen.






Lily Kings Schreibstil hat mich sehr berührt. Sie hat mir mit ihren Worten den Sepikfluss und die Völker dort wirklich nahe gebracht. Zwar existieren diese nicht und Lily King war auch nie selbst dort, doch sie hat es so bildhaft und voller Emotionen beschrieben, dass man in seiner Fantasie nur dort gewesen sein konnte. Auch die Beziehungen der einzelnen Personen wurden durch kleine Hinweise, und Veränderungen in der Schreibart sichtbar.






Als dieses Rezensionsexemplar mich erreichte, wusste ich wirklich nicht was ich davon halten sollte, da ich den Klappentext zwar gut fand, mit dem Thema an sich aber noch nicht wirklich viel zu tun hatte. Doch hatte ich einmal angefangen das Buch zu lesen konnte ich es kaum aus der Hand legen. Lily King hat einen unterschwellig in ihren Bann gezogen und man kann sich nur schwer davon befreien. Wie oben schon geschrieben, mag ich ihren Schreibstil sehr, da er einen wirklich gefangen hält. Da die Geschichte von einer wahren Begebenheit inspiriert ist, fand ich alle noch einmal spannender. Ebenso war der wechsel des Erzählers ein gutes Stilmittel um verschiedene Sichtweisen und Emotionen einzufügen.

Für mich war das Buch wirklich eine angenehme Überraschung und ich vergebe dem Buch 4/5 Punkten
Ein Punkt Abzug, da das Buch wirklich sehr speziell ist und wahrscheinlich nicht jedem Leser gefallen wird, aber auch weil Lily Kings Schreibstil mich persönlich sehr angesprochen hat, für andere aber auch zu ausschweifend oder analytisch sein könnte, da eben auch viel erklärt wird, zu der Erforschung anderer Kulturen.



Vielen Dank an den C.H.Beck Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

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