[Rezension] Der Traum vom Horizont






»Träumt nicht jeder von uns vom Horizont? Davon, dass es dort anders ist, womöglich gar besser? Ich tat es«, flüsterte Rosa von Bahlow und dachte daran, dass jede ihrer drei Töchter einen Mann liebte. In Anbetracht der Umstände jedoch jede von ihnen den falschen.

Apia, 1902: Die adelige Familie von Bahlow kommt aus Potsdam in die Kolonie Deutsch-Samoa, um dort einen Neuanfang zu wagen. Während der ehrgeizige Karl von Bahlow davon besessen ist, sich als Pflanzer einen Namen in der Kolonie zu machen, erleben seine Frau Rosa und die drei Töchter Grethe, Helene und Martha den Umzug in die neue Heimat auf ihre ganz eigene Weise. Die fremdartige Kultur der Südsee verändert jede der vier Frauen, beschwört schicksalhafte Begegnungen herauf und zeigt ihnen den Zauber der Liebe, während sich die Ereignisse schließlich überstürzen und im Ausbruch des ersten Weltkrieges gipfeln, der alles auseinanderzureißen droht.



Das Cover zeigt das Südsee Thema wirklich toll. Mir hat es gleich Lust auf einen Urlaub gemacht, das die Farben sehr gut Harmonieren und auch die Komposition sehr ansprechend aufgebaut ist.



Der Klappentext zeigt die Grundidee der Geschichte auf und gibt auch einen roten Faden für die Geschichte vor. Dennoch war ich von den Wendungen der Geschichte immer wieder überrascht.



Grethe, kümmert sich um ihre Schwestern. Sie sieht in dem Aufenthalt in der Kolonie einen kulturellen Verfall in ihrer Familie, da ihre Schwestern und auch ihre Mutter der Kultur der Samoaner näher kommen und auch Teile davon übernehmen. Grethe will ihrem Vater gefallen und würde alles für ihn tun, nur damit er glücklich ist, wodurch sie ihre Mutter und Schwestern oft deckt, auch wenn sie ihr Verhalten nicht nachvollziehen kann. 

Helene, ist ein in sich gekehrtes Kind, aber auch später als Frau gibt sie nur wenige ihrer Gefühle preis und versteckt alles sehr gut in ihrem inneren. Für ihre Familie ist es oft schwer ihre Emotionen zu erkennen und auch angemessen auf diese zu reagieren. Auch mit ihren Wünschen und Hoffnungen bleibt sie immer für sich, sodass sie oft Enttäuschungen wegstecken muss. Ihr Leben hätte eine andere Wendung nehmen können, wen sie vehementer zu ihren Gefühlen und ihrer Meinung gestanden wäre.

Martha, ist ein abenteuerlustiges und sehr unruhiges Kind, auch später als Frau ändert sich dies kaum. Sie findet die Kultur der Samoaner sehr interessant und lernt auch deren Sprache sprechen und geht in ihren Dörfern umher. Dies macht sie alles heimlich, da ihr Vater dies niemals erlauben würde. Sie hat ein Händchen für Tiere und ist sich für keine Arbeit zu Schade. Doch im Zwischenmenschlichen hat sie oft kleine Dinge nicht gesehen oder falsch interpretiert.




Ich war von Alexandra Fischers Schreibstil mal wieder entzückt. Sie schafft es unterschiedlichste Meinungen und Emotionen einzufangen und ausdrucksstark zu Papier zu bringen. man konnte die verschiedenen Erzählweisen sehr gut trennen, da man schon an der Erzählweise gemerkt hat, dass nun jemand anderes erzählt.




Alexandra Fischer hat die Geschichte von Samoa wirklich toll geschildert. Sie hat sich toll in die Geschichte der Familie eingefügt. Außerdem hat sie die Haltung der Deutschen zu de damaligen Zeit authentisch wiedergegeben. Mir hat aber auch gefallen, dass die Kultur Samoas einem Näher gebracht wurde. Auch schön und erfrischend war für mich die Wendung in der Geschichte der Mutter. Martha hat mich ebenfalls überrascht, ich fand aber schön, dass Alexandra Fischer einem unterschiedliche Charaktere und Persönlichkeiten aufzeigt, mit unterschiedlichen Haltungen zu Herkunft, Kultur, Hautfarbe, etc..
Für mich ein toller Roman, dessen historischer Hintergrund toll recherchiert war und mich auch zum nachdenken brachte. 5/5 Punkte!

Ich danke Alexandra Fischer für das Rezensionsexemplar!


Kommentare

  1. Huhu liebe Keke! :)

    Eine sehr schöne Rezension! Ich freue mich gerade richtig, dass dir das Buch so gut gefallen hat. Die Geschichte hatte ich schon länger im Auge und mir letztes Wochenende endlich zugelegt. Bin schon sehr gespannt darauf! :D

    Liebste Grüße
    Nina ♥♥♥

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    1. Hey :)

      Ja freu dich auf die Geschichte und die Autorin ist auch super nett :) Ich hab auf meinem Blog auch ein Interview mit ihr geführt und noch eines ihrer anderen Bücher rezensiert, vielleicht gefallen dir diese ja auch :)

      LG Keke

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